Die G20 Young Entrepreneurs´ Alliance – eine starke internationale Stimme gegen Jugendarbeitslosigkeit

16. Mai 2017 | Von | Kategorie: Leitartikel

Dieser Artikel wurde zuerst im offiziellen B20 Summit 2017-Magazin „G20 Executive Talks Series“ in englischer Sprache veröffentlicht (Link zum Magazin).

Was erhält man, wenn man niedrige Wachstumsraten, eine hohen Jugendarbeitslosigkeit und eine zunehmend jüngeren Bevölkerung in einem Land kombiniert? Zunehmend beunruhigende Konjunkturaussichten! Das ist es, mit was sich die G20-Staaten seit einigen Jahren konfrontiert sehen. Es stellt sich daher die Frage: Welche Maßnahmen können die Regierungen der G20-Staaten ergreifen, um die Jugendarbeitslosigkeit und die fehlende Teilhabe von Jugendlichen am Arbeitsleben zu bekämpfen, und damit das Wachstum in ihren Ländern zu fördern? Denn viele Volkswirtschaften, die sich derzeit schnell entwickeln, stehen vor der Herausforderung, Arbeitsplätze für eine große Anzahl von Jugendlichen bereitzustellen. Wer kann eine Antwort auf die weltweite Herausforderung der Jugendarbeitslosigkeit geben?

Das ist der Moment der G20 Young Entrepreneurs´ Alliance (G20 YEA). Die G20 YEA ist ein globales Netzwerk von 500.000 jungen Unternehmern und den sie unterstützenden Jungunternehmerorganisationen. Die Idee der G20 YEA wurde auf dem G8-Gipfel 2009 in Italien geboren und nach einer Einladung des ehemaligen kanadischen Premierministers Stephen Harper auf dem G20 YEA Summit 2010 in Toronto in die Tat umgesetzt. Auf diesem Gipfel haben die Teilnehmer Unternehmertum als bestes Mittel für die Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit erkannt und ein gemeinsames Kommuniqué erstellt, das 5 Hindernisse identifiziert, die Jugendliche davon abhalten, ihr eigenes Unternehmen zu gründen und somit die Flucht aus der Jugendarbeitslosigkeit ermöglicht:

  • übermäßige Regulierung und Besteuerung, schon in einem sehr frühen Stadium eines Unternehmens;
  • unzureichende oder ineffiziente Koordination der verfügbaren Unterstützungsangebote;
  • gesellschaftliche Haltungen, die die Risikobereitschaft ablehnt und Versagen stigmatisieren;
  • Notwendigkeit einer spezifischen unternehmerischen Ausbildung an Schulen und Universitäten sowie
  • Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten zur Unterstützung von Startups und jungen Unternehmen in der Wachstumsphase.

Im Laufe der Jahre wurden diese fünf Hindernisse  zu den „Eckpfeilern“ der Arbeit der G20 YEA und spiegeln sich in den Themen der jährlich stattfindenden G20 YEA-Gipfel, die immer im gleichen Land wie die jeweiligen G20-Gipfel stattfinden, wider. Diese Gipfel bringen Hunderte von Jungunternehmern, die von jeder Mitgliedsorganisation sorgfältig ausgewählt wurden, aus den G20-Ländern an einem Ort zusammen.

Um Jungunternehmertum zu stärken und stärker in die öffentliche Wahrnehmung zu bringen und den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit voranzutreiben, hat die G20 YEA einerseits schon frühzeitig den Kontakt zu der G20 und deren Staats- und Regierungschefs sowie Regierungen gesucht. Nach der Einladung im Jahr 2010 durch den kanadischen Premierminister traf der mexikanische Präsident Filipe Calderon im Jahr 2012 über 200 jungen Unternehmern in seinem Wohnsitz in Los Pintos, um über Jungunternehmer und deren Herausforderungen zu sprechen. Und 2017 auf dem G20 YEA-Gipfel in Deutschland sind unter den Gäste Frau Brigitte Zypries, Bundesminister für Wirtschaft und Energie.

Auf der anderen Seite war die früh aufgebaute Beziehung zur B20 (Business 20) besonders förderlich. Der G20 YEA Summit 2013 in Moskau brachte das erste wesentliche Engagement der G20 YEA in der B20 und führte zur Einbeziehung des Begriffs „Jungunternehmertum“ im nachfolgenden G20-Kommuniqué. Der G20 YEA Summit 2014 in Sidney  führte zu einem globalen Aktionsplan zugunsten junger Unternehmer und die Folge des G20 YEA Summits 2015 war die Verpflichtung der G20 in ihrem Abschuss- Kommuniqué, „die bessere Integration unserer Jugendlichen in den Arbeitsmarkt zu unterstützen, auch durch die Förderung von unternehmerischen Initiativen“. Im Jahr 2016 schließlich begannen Mitglieder der G20 YEA in den B20 Task Forces zu arbeiten, ermutigt durch den Vorsitzenden der B20 China, woraufhin im Jahr 2017 eine ausdrückliche Einladung des Vorsitzenden der B20 Deutschland gegenüber den Unternehmern der G20 YEA für mehr Engagement in den B20 Task Forces ausgesprochen wurde. Darüber hinaus wurde die G20 Young Entrepreneurs´ Alliance zum offiziellen „Networking Partner“ der B20 ernannt.

Die Geschichte der G20 YEA wird sich 2017 auf dem Gipfel in Berlin fortsetzen (www.g20yea2017.com), ausgerichtet von den Wirtschaftsjunioren Deutschland und ihrem G20 YEA Präsidenten Deutschland, Carsten Lexa. Mehr als 500 junge Unternehmer aus den G20-Ländern werden zusammenkommen, um den Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten ihre Ideen über die Zukunft von Unternehmertum mitzuteilen, zu erläutern wie die Digitalisierung die Art verändert, weltweit Geschäfte zu machen, und darzustellen was aus der Perspektive junger Unternehmer getan werden muss, um im Angesicht einer immer stärker vernetzten Welt Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen.

Der Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit wird für die G20 Young Entrepreneurs´ Alliance nicht so schnell enden, vor allem nicht in der aktuellen Zeit, in der die Idee von offenen Grenzen, um weltweit Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen, in Frage gestellt wird. Glücklicherweise sind junge Unternehmer nur schwer bereit, den Status quo nicht zu akzeptieren, insbesondere wenn sie Verbesserungsmöglichkeiten sehen. Sie wollen die Dinge ändern, die ihrer Meinung nach geändert werden müssen. Und: Sie sind nicht nur verrückt genug zu denken, dass sie diese verändern können – sie machen es einfach!

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